Heiliges Wissen anwenden

Die Lehre von den vier Temperamenten wurde vor allem für die Bereiche der Medizin und Heilkunde entwickelt. Aus den vier Elementen Wasser, Feuer, Erde, Luft wurden die menschlichen Temperamente abgeleitet – Choleriker , Sanguiniker, Phlegmatiker und Melancholiker.

Der Ursprung stammt von dem griechischen Arzt Claudius Galenus (ca. 129 – 200 n. Chr.). Auch Hippokrates bezog die vier Temperamente, als Krankentypologien in seine Arbeit ein. Philosophen und Denker wie Kant und Goethe verehrten es als wertvolles Instrument der Menschenkenntnis.

Wir bewegen uns in der Astrologie sehr genau in der Lehre der vier Temperamente, welche sich vom Charakter sehr deutlich unterscheiden und wir nutzen die ihnen zugeordneten Merkmale, um sie an ihrem Verhalten zu erkennen und sie entsprechend ihrer Andersartigkeit im tiefsten Sinne zu verstehen. Dann erst bekommen wir eine Vorstellung davon, wo dieser Mensch wirklich seinen Platz hat, welche fundamentalen Anlagen er mitbringt und wie wir ihn zu einem wirklichen Identitätsprozess inspirieren können. Wie ich bereits erwähnte, bin ich kein Freund, von klassischen Persönlichkeitsanalysen, via Test, Assessment Center oder dergleichen, die nur darauf abstellen, Menschen in ein Korsett der Greifbarkeit außerhalb des eigenen Verstandes zu pressen. Die Astrologie möchte ich ausdrücklich loslösen von dem, was wir heute für Instrumente erschaffen haben, um möglichst viel Sicherheit zu erlangen, über das Tun und Handeln unserer Mitmenschen.

Der Choleriker (Feuer – Energie – Außentypus)

Der feurige Choleriker ist dynamisch, durchsetzungskräftig, ungeduldig und voller Tatendrang. Er zieht den Angriff der Verteidigung vor und neigt in der Enge zu aggressivem Verhalten. Er ist von seiner Grundausrichtung extravertiert, wodurch innere Anspannungen sofort zu einer Lösung nach Außen drängen. Choleriker sind stets vorwärtsgewandt, sie wollen gestalten, etwas vorantreiben – ein klassischer Machertyp, mit dem Willen, andere zu dominieren.

Der Sanguiniker (Luft – Geist – Außentypus)

Der luftige Sanguiniker ist kommunikativ und kontaktfreudig, mit einem wachen Geist und großem Ideenreichtum. Er galt nach Herrlinger, zu einer der vornehmsten Gemütsart und wird als die edelste Komplexion beschrieben. Er ist liebenswert, großzügig, fröhlich und er nimmt das Leben von der leichten Seite. Sein Weltbild ist durchweg optimistisch – seine Vorzüge, Kontakte zu knüpfen, zu erhalten und auszubauen, Menschen zu inspirieren und zu verbinden, werden jedoch mit einer gewissen Oberflächlichkeit ein wenig abgemildert.

Der Phlegmatiker (Wasser – Seele – Innentypus)

Der wässrige Phlegmatiker ist sehr gefühlvoll und einfühlsam. Ihm ist es wichtig, dass alles um ihn herum in einem gewissen Wohlbefinden schwelgt. Im Fokus steht das Menschliche und Tiefsinnige. Sein Ausdruck findet auf der seelischen Ebene statt, einen besonderen Ehrgeiz kann man diesem Typus nicht zuordnen, er reagiert nicht spontan auf Außenreize und ist grundsätzlich ein sehr verträglicher, freundlicher und gutmütiger Mensch.

Der Melancholiker (Erde – Materie – Innentypus)

Der erdige Melancholiker identifiziert sich mit den materiellen Werten, am Messbaren und Greifbaren. Mit einer disziplinierten Ernsthaftigkeit schaut er in seine Umwelt und er betrachtet sie systematisch und präzise. Er neigt zu Schwere in der Tiefe und zum Grübeln. Im Mittelalter betrachtete man ihn als die unedelste Komplexion. Sein Fleiß, seine Ausdauer, die Genauigkeit, mit der er die Dinge angeht, liegen in seiner ausgeprägten Bodenständigkeit begründet. Lebensfreude stellt für ihn eine untergeordnetes Thema dar.